TVöD Einführung Projektmanagement
Einige Schlaglichter aus der
Projektarbeit
Viele Wirtschaftsunternehmen haben nun schon gut 30 Jahre Erfahrungen
auf dem Gebiet moderner partnerschaftlicher leistungs- und
zielgerichteter Führung und Bezahlung sammeln können. Stichworte:
Organisationsentwicklung, Change Management. Auch Jörg Mestmacher
beschäftigt sich seit rund 25 Jahren mit dem Thema – auch in großen
Unternehmen. Eine der Erkenntnisse heute lautet: Ohne ein integriertes
System der Personalentwicklung funktionieren diese Systeme nicht
richtig, bleibt vieles Stückwerk.
Den Tarifvertragsparteien gebührt Hochachtung, mit dem TVöD eine so große sanfte Revolution auf den Weg gebracht zu haben. Viele Menschen haben das Ausmaß des Paradigmenwechsels und seine Konsequenzen noch gar nicht erkannt. Selbst die Parlamente und die Medien bemerken scheinbar das höchst mutige Vorhaben kaum. Es wird sicherlich weit mehr als 10 Jahre dauern, bis sich die „TVöD-Revolution“ in der öffentlich-rechtlichen Arbeitswelt stabil verankert haben wird.
Niemand braucht Angst vor der Einführung der Vorschriften des TVöD zu haben. Leistung muss ja Spaß machen, Mitarbeiter müssen ja bestens motiviert werden, sonst gibt es dauerhaft keine guten Leistungen. Mitarbeiter sollen ja ganz genau wissen, was von ihnen erwartet wird. Sie sollen immer genau wissen, wo sie stehen. Jeder soll entsprechend seinem Leistungsvermögen eingesetzt werden und darf nicht überfordert werden. Auch die Führungskräfte werden mit Zielvereinbarungen geführt und deren Führungsleistungen werden beurteilt. Nur bei guten Leistungen darf eine Beförderung möglich sein. Wichtigstes Ziel jeder Führungsarbeit – auch im TVöD – sind die gut motivierten Mitarbeiter. Anerkennung guter Leistungen und Belohnung von Erfolgen bereiten jedem Menschen Freude – dafür haben Führungskräfte zu sorgen. Die Realisation des TVöD bedeutet daher zunächst einmal viel Fortbildungsarbeit für die Führungskräfte – aber das macht ja auch viel Spaß. Der TVöD bietet also viele Chancen, viele neue Freiheiten und Vorteile aber auch deutlich mehr Verantwortung auf allen Ebenen.
Die erste Fragestellung in der Voruntersuchung des Projektes zur Einführung des TVöD lautet: Was muss eigentlich zwingend vorhanden sein, damit das Ganze funktionieren kann?
Obwohl es einzelnen Mitarbeitern freigestellt wird, ob er über freiwillige Zielvereinbarungen an der leistungsbezogenen Bezahlung teilnehmen will und Beamte vorerst ausgeklammert bleiben, besteht keine andere Möglichkeit: Alle Stellen (auch alle Leitungsstellen) der im TvöD erfassten Organisationen, Behörden, Ämter …. müssen mit Ziel- und Leistungsvereinbarungen geführt werden. Man kann nicht einzelne Mitarbeiter zielorientiert führen, anderen hingegen Handlungsanweisungen erteilen. Nicht alle Mitarbeiter müssen an der leistungsorientierten Bezahlung teilnehmen, aber für jede Stelle wird es Ziele und Leistungsstandards geben müssen. Damit ist klar: Man braucht eine Zielhierarchie, Organisationsziele, Handlungsziele … Stellenziele. Ohne Stellenbeschreibungen mit ständig aktualisierten Stellenanforderungsplänen geht das alles nicht. Jeder Stelleninhaber muss die Ziele seiner Stelle genau kennen, an diesen Vorgaben wird seine Leistung schließlich gemessen. Diese Ziele können sich erfahrungsgemäß sehr schnell ändern. An der Formulierung der Ziele sollte der Mitarbeiter mitwirken. Die Ziel- oder Leistungsvereinbarung ist dann eine zweiseitige Vereinbarung auf der Basis der schriftlich sehr breit und grob fixierten Stellenziele. Damit wird klar, dass zuerst die Voraussetzungen für eine Realisation des TVöD im Rahmen einer umfassenden Personalentwicklung geschaffen werden müssen. Wir brauchen die vier klassischen Säulen der Personalentwicklung. Hier scheint noch viel Arbeit notwendig zu sein.
Das regelmäßige vertrauensvolle und partnerschaftliche Gespräch zwischen dem Mitarbeiter und seiner direkten Führungskraft bildet das Kernelement der neuen Führungsarbeit im TVöD. Diese Gespräche finden laufend statt, bei Bedarf mehrfach am Tag. Halbjährlich sollte über grundsätzliche Dinge gesprochen werden, das wird dann schriftlich in der Zielvereinbarung festgehalten. Dieses wichtige Gespräch sollte immer unter vier Augen stattfinden. Nur wenn man mal nicht weiter kommt kann jeder Hilfe anfordern. In der zweiten Phase dieses Gesprächs sollte das Personalentwicklungsgespräch geführt werden – dann kommt der Personalleiter hinzu und man spricht darüber, was man dem Mitarbeiter für seine berufliche Entwicklung bieten kann.
Die Dienstvereinbarung oder Betriebsvereinbarung sollte jeder Führungskraft und jedem Mitarbeiter ein Maximum an Spielraum bieten. In diesem Vertrag soll der Geist des TVöD gelebt werden. Das bedeutet, es werden vorrangig Ziele und nicht Handlungsanweisungen vertraglich fixiert. Es sollten Hilfs- und Ausbildungsinstanzen geschaffen werden, an die sich Mitarbeiter und Führungskräfte vertrauensvoll wenden können. Es werden Rahmen geschaffen. Es wird die partnerschaftliche wertschätzende und zugleich leistungsorientierte Kultur fixiert. Nicht bewährt hat sich die Einrichtung von paritätisch besetzten Kommissionen, die an allen Ziel- und Leistungsvereinbarungen zwischen Führungskräften und Mitarbeitern mitwirken müssen. In unserer immer mehr digitalisierten und somit vergleichbareren Welt könnten in dieser Weise teilweise gelähmte Organisationen schlechter bestehen. Auch in der TVöD-Welt herrscht ja Wettbewerb, gibt es Kennziffern, muss gespart werden, wird rationalisiert….
Die Phasen in der Projektarbeit gleichen denen im klassischen Projektmanagement. Wenn sich die Projektverantwortlichen an diesen Meilensteinplan halten, wenn sie die Betroffenen zu Beteiligten zu machen, wenn Sie systematisch vorgehen und offen und umfassend kommunizieren und wenn sie sich Zeit lassen – dann wird das Vorhaben erfolgreich sein.
Unser Firmensitz ist Lübeck. Wir arbeiten im ganzen deutschen Sprachraum. Räumlich sind wir aber in Norddeutschland im Wirtschaftsbereich Hamburg besonders aktiv. Einer der Gründe ist: Hamburg bietet zusammen mit Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern eine sehr hohe Standortqualität, die in Deutschland von nur wenigen Regionen erreicht wird. Hamburg beheimatet eine große Zahl von europa- oder weltweit in ihrem Marktsegment führender Unternehmen.